Horizontalsperre nachträglich einbauen
Steigt Feuchte im Mauerwerk auf, kann eine nachträgliche Horizontalsperre helfen. Welches Verfahren passt, hängt von Mauerwerk, Wandstärke und Belastung ab. Wir geben einen Überblick.
Eine nachträgliche Horizontalsperre unterbricht den kapillaren Feuchtetransport im Mauerwerk. Je nach Verfahren und Wandstärke nennen Ratgeber meist etwa 100 bis 400 Euro je laufendem Meter. Vorher sollte ein Befund klären, ob wirklich aufsteigende Feuchte vorliegt.
Wann eine Horizontalsperre in Frage kommt
Aufsteigende Feuchte entsteht, wenn Wasser aus dem Erdreich über die Kapillaren im Mauerwerk nach oben wandert. Typisch sind Feuchteränder in Sockelnähe, abplatzender Putz, Salzausblühungen und ein klar erkennbarer Feuchtehorizont. Die Ursache sollte vor einem Auftrag durch Messung belegt sein, denn seitlich eindringendes Wasser oder Kondensat sieht von außen ähnlich aus, braucht aber andere Maßnahmen.
Verfahren im Überblick
- Injektionsverfahren: Bohrlöcher, über die ein Wirkstoff eingebracht wird, der die Kapillaren abdichtet oder wasserabweisend macht.
- Mauersägeverfahren: Die Lagerfuge wird aufgesägt und eine Sperrschicht eingelegt.
- Edelstahlbleche: Bleche werden mechanisch in die Lagerfuge getrieben.
- Weitere Verfahren: zum Beispiel Bohrkern- oder Maueraustauschverfahren, meist bei besonderen Anforderungen und höherem Aufwand.
Voraussetzungen und Grenzen
Wassergehalt, Salzbelastung, Mauerwerksart, Wandstärke und Zustand der Fugen beeinflussen, welches Verfahren geeignet ist. Bei sehr dünnen oder stark durchfeuchteten Wänden ist eine Prüfung besonders wichtig. Eine Horizontalsperre löst das Problem außerdem selten allein: Belasteter Putz muss erneuert werden, und bei zusätzlicher seitlicher Feuchte sind weitere Maßnahmen nötig.
Nach der Sperre
Das Mauerwerk muss trocknen, das kann je nach Wandstärke und Belastung Monate dauern. Salzbelastete Putze werden entfernt und durch geeignete Putzsysteme ersetzt. Ein Zeitplan für die Trocknung gehört ins Angebot.
Woran Sie ein seriöses Angebot erkennen
- Die aufsteigende Feuchte ist durch Messung belegt, nicht nur vermutet
- Wandstärke, Mauerwerksart und Länge der Sperre sind angegeben
- Verfahren und Wirkstoff beziehungsweise Material sind benannt
- Putzerneuerung, Trocknungszeit und Nachkontrolle sind eingeplant
- Gewährleistung und Grenzen des Verfahrens stehen schriftlich im Angebot
Kosten
Ratgeber und Preisübersichten nennen für nachträgliche Horizontalsperren sehr unterschiedliche Werte, meist etwa 100 bis 400 Euro je laufendem Meter, abhängig von Verfahren und Wandstärke. Einzelne Quellen rechnen auch je Quadratmeter Wandquerschnitt. Vergleichen Sie Angebote deshalb nur in derselben Einheit. Alle Angaben sind Orientierung ohne Gewähr.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich aufsteigende Feuchte?
Typisch sind Feuchteränder in Sockelhöhe, Salzausblühungen und abplatzender Putz. Sicher belegt wird die Ursache erst durch Feuchtemessung und Befund vor Ort.
Was kostet eine nachträgliche Horizontalsperre?
Je nach Verfahren und Wandstärke nennen Ratgeber meist etwa 100 bis 400 Euro je laufendem Meter. Ein belastbarer Preis folgt erst nach Besichtigung.
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